Das geht zu weit!

Vor gut zwei Wochen habe ich mich an dieser Stelle über unseren Weg zum Richterstaat geäussert. Und was passiert jetzt! Drei Mal dürfen Sie raten. Folgendes war in den Tageszeitungen zu lesen:

Der Souverän soll nicht länger über Volksinitiativen abstimmen dürfen, die sich nicht wortgetreu umsetzen lassen.

Mit knappem Mehr will eine Nationalratskommission die Kriterien der Gültigkeitsprüfung erweitern und das Bundesgericht mit einbeziehen. Die Kommission verlangt eine Verfassungsänderung, wonach Volksinitiativen auch dann ungültig erklärt werden müssen, wenn sie materiell gegen den Grundrechtsschutz oder gegen Verfahrensgarantien des Völkerrechtes verstossen. Es seien Kriterien zu suchen, mit denen solche Initiativen künftig als ungültig erklärt werden können. Lesen Sie genau – es seien Kriterien zu suchen. Es sollen juristische Regeln und nicht politisches Gutdünken den Ausschlag geben. Das ist nach meiner Auffassung eine klare Entmachtung der von uns gewählten Politiker in Bern.

Das knappe Mehr kam nur dank des Stichentscheides von Kommissionspräsident Gerhard Pfister (CVP) zustande.

Es kann doch nicht sein, dass wir, der Souverän, nicht mehr bestimmen können was in unserem Land Recht und Gesetz sein soll. Wollen wir, dass Bundesrichter, deren Urteile oftmals nicht über alle Zweifel erhaben oder schwer nachvollziehbar sind, uns sagen ob wir ein Gesetz einführen dürfen oder nicht? Die Bundesverfassung verlangt heute von einer Initiative nur eine materielle Voraussetzung, nämlich die Einhaltung zwingenden Völkerrechtes. Das genügt und mit dem sind wir bis heute gut gefahren. Es braucht keine zusätzlichen Barrieren. Schon gar nicht solche von Richtern.

Es darf doch nicht sein, dass wir uns laufend Gesetzen von europäischen Organisationen oder Weltverbänden anpassen. Das sind ja nicht wir, die diese Gesetze oder Vorschriften erlassen und mit einer Abstimmung genehmigt haben. Das ist fremdes Recht von fremden Richtern. Wie dem ist, wenn Bürger im eigenen Land nichts mehr zu sagen haben, sehen wir in den Ländern der EU. Sprechen Sie einmal mit EU-Bürgern. Sie hören viele Male den Satz „behaltet eure Freiheit". Ich denke, die wissen genau von was sie sprechen.

Sie und ich, also das Volk hat gemäss Bundesverfassung das Sagen. Wir bestimmen und sagen wie es sein soll. Richter sind da um die Vorgaben des Volkes im Recht umzusetzen. Ich möchte weiterhin auf meine Schweiz stolz sein und mitbestimmen können, wie wir es haben wollen.

Ich wünsch öi e gueti Ziit.

Wilfried Ott

Kommentare (Kommentar-Moderation ist aktiv. Ihr Kommentar erscheint erst nach Prüfung.)
Lieber Herr Ott

Wenn ich Ihre Kommentare lese, bin ich zwar vielfach Ihrer Meinung, ich finde auch Sie schreiben gut, doch Hand auf's Herz: das bringt doch nicht's, Sie führen ja Selbstgespräche!

Nicht's für ungut...
# Erfasst von Manuel Keller | 25.09.08 14:41
Zur Entlastung Obermülistrasse:
Der Bericht im ZO zu den neusten Strassenplänen in Fehraltorf
hat mich getroffen. Es ist in Ordnung, wenn die schmale und
dadurch gefährliche Luppmenstrasse für den Durchgangsverkehr
gesperrt wird. Und es ist klar, dass die Obermülistrasse als
"Ersatz-Schleichweg" herhalten muss. Und es ist auch in Ordnung,
dass man darauf reagiert. Aber doch nicht durch solche Verkehrs-
verhinderungsbauten mit Kosten von über 700'000 Franken. Das
gleiche erreicht man ganz einfach: Oben und unten an der Ober-
mülistrasse eine Fahrverbotstafel mit "Zubringerdienst gestattet".
Unsere Gemeindepolizei wird sicher Zeit finden, unbelehrbare
"Schleichwegfahrer" zu ermitteln und auf "den rechten Weg" zu
führen. Es ist unsinnig, einerseits so viel Geld für die Verbauung
einer existierenden Strasse zu verschleudern und andererseits
damit auch noch die Zufahrt zu den Häusern zu verschlechtern.
Es könnte ja sein, dass dereinst ein Feuerwehrauto, eine grössere
Baumaschine, ein Kran oder ähnliches zufahren müsste....
Ferner bringen Bäume in der Strasse zusätzlichen Unterhalt und
höhere Kosten bei der Strassenpflege (Reinigung, Schneeräumung
usw.).
Dass mein Vorschlag funtionieren kann, zeigt das Bespiel in
Fällanden.

Ich hoffe, dass am 20.10.2008 im Heiget-Huus nicht nur orientiert
sondern auch diskutiert wird. Vielleicht kann man doch noch zu
einer vernünftigeren Lösung kommen.

Henri Glogg
# Erfasst von Henri Glogg | 01.10.08 15:12
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