EURO 2008 und öisi Schwiiz

Am Neujahrsempfang 2008 habe ich Ihnen versprochen, dass die Schweiz Europameister wird. Ich mag mich noch gut erinnern. Sie haben gelacht und wohl gedacht, jetzt übertreibt er aber gehörig. Sie haben recht, ich war zu euphorisch. Ich muss akzeptieren, wir werden diesmal nicht Fussball-Europameister.

So typisch Schweizer Nati die ersten beiden Spiele. Wir schiessen keine Tore obwohl Chancen genug da sind. Müssen Tore hinnehmen durch dumme Fehler. Oder das 2. Goal der türkischen Nationalmannschaft in der Nachspielzeit. Das darf doch nie passieren. Das passiert nur uns Schweizern. Wir resignieren und denken, so ist unsere Nati eben! Das würde den anderen grossen Teams nie passieren. Die sind viel cleverer.

Ist dem wirklich so? Nein, bei weitem nicht. Auch der grosse Geheimfavorit Tschechien hat in den letzten Minuten das Spiel gegen die Türkei verloren und damit die Qualifikation für die Viertelfinals verspielt. Die Deutschen, die Italiener oder die Portugiesen haben in der Verteidigung ebenfalls gröbere Fehler produziert. Viele gute Stürmer wie zum Beispiel Lucatoni und Ronaldo haben Chancen vergeben vom Feinsten. Es gäbe noch viele Beispiele von der EURO 2008. Alex Frei, Hakan Yakin oder Senderos sind doch in bester Gesellschaft. Sie müssen sich nicht verkriechen oder schämen. Tore gibt's weil Fehler passieren oder Tore werden nicht geschossen weil man zum Beispiel zuwenig konzentriert ist. Fakt ist aber, es passiert allen.

Mit dem Sieg gegen Portugal hat unsere Nati bewiesen, dass sie Charakter hat und eben ein Team ist. Trotzdem sind wir ausgeschieden. Das ist Schade. Sie hat sich aber mit den Fans und mit mir versöhnt. Was ich aber besonders schön finde, Köbi Kuhn hat diesen Sieg zum Abschied verdient.

Das nächste Ziel ist die WM in Südafrika. Ein neuer Trainer und vermutlich einige neue Gesichter auf dem Spielfeld werden dieses Unterfangen in Angriff nehmen. Ich bin überzeugt, dass wir in Südafrika dabei sein werden. Voraussetzung ist ein verschworenes Team und ein gemeinsames Ziel. So erreicht man viel und kommt weit. Nicht nur im Sport.

Ich fahre jetzt in die Ferien und wünsche euch allen e gueti Ziit.

Wilfried Ott

Kommentare (Kommentar-Moderation ist aktiv. Ihr Kommentar erscheint erst nach Prüfung.)
BlogCFC wurde entwickelt von Raymond Camden. Betrieb und Hosting: backslash