Das isch ärgerlich

Vor gut einem Jahr haben die Flugsportgruppe Zürcher Oberland und der Schutzverband Flugfeld Speck eine von beiden Seiten unterzeichnete Vereinbarung getroffen. Diese freiwillige Vereinbarung regelt den Flugbetrieb auf dem Flugfeld Speck. Ein wichtiger Punkt darin sind die Schulvolten, welche an Wochentagen (inkl. Samstag) nur noch bis 19.00 Uhr geflogen werden dürfen. Es wurde auch festgehalten, dass die Vereinbarung jährlich, jeweils im Oktober/November, neu ausgehandelt werden soll. Wird keine Einigkeit erzielt, so trifft der Gemeinderat einen Schlichtungsentscheid. Diese Vereinbarung wurde im Frühjahr 2007 von beiden Seiten sowie dem Gemeinderat unterzeichnet.

Im Herbst 2007 war es wieder so weit. Man traf sich unter der Führung des Gemeinderates zum Erfahrungsaustausch über das erste Jahr und um über die Vereinbarung neu zu verhandeln. Es zeigte sich, dass die Vereinbarung von beiden Seiten akzeptiert wurde und man gute Erfahrungen gemacht hatte. Beide Seiten haben in diversen bilateralen Gesprächen viele Punkte bereinigen können und eine gute Gesprächskultur aufgebaut. Ein einziger Punkt sollte auf Wunsch der Flugsportgruppe geändert werden. Die Schulvolten sollen an zwei Abenden neu bis 20.00 Uhr geflogen werden können. Die zwei Mehrstunden würden jedoch an Samstagen kompensiert, da dann nur noch bis 17.00 Uhr Schulvolten geflogen werden. Also ein Nullsummenspiel. Der Schutzverband war damit nicht einverstanden und es wurde keine Einigkeit erzielt.

Entsprechend der Vereinbarung fällte der Gemeinderat einen Schlichtungsentscheid. Der Gemeinderat folgte der Argumentation der Flugsportgruppe und entschied, dass jeweils am Montag und Mittwoch Schulvolten bis 20.00 Uhr geflogen werden dürfen und dafür am Samstag um 17.00 Uhr Schluss ist. Die wichtigsten Argumente der Flugsportgruppe sind:

• fast 30% weniger Flugbewegungen jährlich als möglich

• Anstellung eines vollamtlichen Fluglehrers und damit verbunden bessere Verteilung der Flugstunden

• Kündigung des Vertrages mit der Flugschulgruppe Stoffel Aviation und somit weniger Schulvolten

• Damit die FGZO Geld verdienen kann um neue, lärmarmere Flugzeuge zu kaufen, sind sie auf diese zwei verlängerte Stunden unter der Woche angewiesen

• Zudem hat die FGZO, in enger Zusammenarbeit mit dem Schutzverband, einiges dazu beigetragen, dass Abflug- und Landerouten wesentlich genauer eingehalten werden.

Dies hat der Gemeinderat in seine Betrachtungen mit einbezogen. Zudem gilt diese Vereinbarung auch nur wieder für ein Jahr und muss im Herbst 2008 besprochen und eventuell neu verhandelt werden. Ganz nach den gemachten Erfahrungen.

Die FGZO hat die Vereinbarung unterzeichnet, der Schutzverband noch nicht, da er diesen zuerst an der Mitgliederversammlung besprechen wollte. Ist ja ok. Was mich aber wirklich stört am Verhalten des Schutzverbandes ist, dass der vom Schutzverband gewollte Schlichtungsentscheid nicht akzeptiert wird und gegen den Entscheid des Gemeinderates Rekurs erhoben wird. Einmal mehr muss in unserem Land der Richter über Recht und Unrecht entscheiden, weil ein Kompromiss unmöglich scheint.

Der Schutzverband behauptet zwar, dass er den Entscheid akzeptiert. In seinem Rekurs gehe es nur darum, ob der Fluglärm des Flugfeldes Speck unter den Lärmschutzartikel der Polizeiverordnung Fehraltorf fällt oder nicht.

Schade, wir sind eigentlich auf einem guten Weg und haben viel erreicht.

E gueti Ziit wünscht ihnen

Wilfried Ott

Kommentare (Kommentar-Moderation ist aktiv. Ihr Kommentar erscheint erst nach Prüfung.)
Liebe Gemeindeverwaltung, salü Wilfried
Ich finde den Wirbel um unsere "Flugis" etwas übertrieben. Ich glaube, dass sich ein grosser Teil der Bevölkerung gar nicht so stört am Lärm der Maschinen. Ich gehe oft abends in dieser Gegend spazieren und empfinde das Geräusch der Motoren nicht als Belästigung, sondern eher als gemütliches Brummen.
Viel ärgerlicher finde ich jedoch die momentane Verkehrssituation um die Wildbach-Brücke. Wir Bewohner von der Undermüli sind durch die Sperrung der Kempttalstrasse z.Z. vom Dorf abgeschnitten, eine schwierige Lage vor allem für die Kinder. Die einzige Verbindung ist die Müli-/Undermülistrasse, die momentan von vielen Verkehrsteilnehmern zur Durchfahrt benützt wird. Für die kurze Zeit der Sperrung ist das alleweil auszuhalten. Dass aber auch grosse Lastenzüge, vornehmlich die gelben der "Post", auch diesen Engpass benützen, dazu noch in rasantem Tempo, ist gefährlich und schlicht und einfach eine Frechheit. Dies müsste unterbunden werden können. Wahrscheinlich sind es die gleichen Fahrzeuge, die sonst auch nachts in übersetztem Tempo auf der Kempttalstrasse mit ihrer lauten Fahrt die Anwohner aus dem Schlaf schrecken.
Trotzdem noch eine schöne Woche und viel "Gfröits" in unserem Dorf, wünscht
Hildegard Anliker
Mülistrasse 4
# Erfasst von Anliker Hildegard | 22.05.08 17:07
Sali Wilfried

Die Flugzeuge stören mich und meine Familie überhaupt nicht. Im Gegenteil, denn der Flugplatz Speck ist für uns und unsere Kinder ein interessanter Ort. Wir wandern öfters bei schönem Wetter dorthin und schauen uns die Flugzeuge an.
Was uns viel mehr stört ist der extreme Verkehr durch Fehraltorf. Wir haben die Erfahrung gemacht, das die meisten Leute, die sich über die Flugzeuge nerven, mehr als ein Auto in der Garage stehen haben. Einwenig mehr leben und leben lassen wäre gut.
Den Blog finden wir sehr gut........ weiter so.
Eine schöne Woche und eine gute Zeit wünscht Dir

Verena Hubmann
# Erfasst von Verena Hubmann | 04.06.08 15:09
Sali

Wenn einen etwas nicht so direkt betrifft, stört es einen auch nicht. Würden bei Ihnen, Frau Anliker und Frau Hubmann, bis zu 18 Flugzeuge unter Vollast und in einer Höhe von 20-50 Metern PRO STUNDE über Ihre Häuser lärmen, würden Sie wahrscheinlich etwas anders schreiben. Das Brummen wird dann zu einer sehr nervenaufreibenden Angelegenheit. Jeden Abend, jeden schönen Wochenendtag. Erholung ade.

Der Unterschied zum Verkehr in Fehraltorf ist, dass dieser - mit Ausnahme einiger unnötiger Fahrten - notwendig ist für die Mobilität unserer Gesellschaft. Sei es um die Freizeit zu geniessen, oder um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dabei ist Strassenlärm auf einen verhältnismässig engen Raum begrenzt. Fluglärm dagegen ist viel weiter hörbar - viel lauter und aus dem freien Raum kommend.

Die Spassflieger jedoch geniessen Ihr Hobby und belästigen damit tausende Erholungssuchende. In deren Wohnungen, im Naturschutzgebiet und bis in die Wanderregion.

Thema Schlaf: Am Sonntag können wir die Uhr stellen: pünktlich um 08:03 dürfen wir den ersten Direktüberflug geniessen.

So kann jeder für sich entscheiden, ob er diesen Flugplatz in einem dicht besiedelten Gebiet für notwendig hält.

Freundliche Grüsse
Michael Förschner
# Erfasst von Michael Förschner | 22.06.08 09:07
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